Zeugnis Pastor

Ich wurde 1954 als drittes Kind einer armen Familie in Vorarlberg geboren. Mein Vater wanderte während der Hitlerzeit aus dem Südtirol aus. Im Alter von elf Jahren trat ich in ein katholisches Internat ein. Nach dem Wunsch meiner Mutter sollte ich katholischer Priester werden. Mit 15 Jahren verließ ich das Internat und beendete das Gymnasium mit meinem Abitur im Jahre 1973. Danach begann ich mit dem Medizinstudium, welches ich im Jahre 1980 abschloss. In der Mitte meines Studiums heiratete ich Gretel, mit der ich bis heute glücklich verheiratet bin.

Im Alter von drei Jahren wurde ich von einem Lastwagen angefahren und auf die Straße geschleudert. Dabei wurde ich am Kopf schwer verletzt und zog mir neben einer Hirnquetschung und einem Schädelbasisbruch, einen schweren Schock zu. Daraus resultierten Ängste und schweres Stottern. Mein Sprachfehler trieb mich dazu, Heilung in verschiedenen Bereichen zu suchen. Als Kind betete ich oft zu Gott, aber es schien, dass Gott mein Gebet nicht beantworten würde. In der Pubertät wandte ich mich enttäuscht von Gott ab und suchte durch gute Leistungen in der Schule und beim Fußballspielen meinen Selbstwert aufzubessern. Unversehens war ich in Rebellion gegenüber Gott geraten.

Mit schulmedizinischer Hilfe wie Logopädie und autogenem Training versuchte ich mein Stottern zu lindern doch ohne Erfolg. In der Folge öffnete ich mich für alternative Heilungsmethoden wie Autosuggestion und Fußreflexzonenmassage. Gegen Studienende kam ich mit Astrologie in Berührung. Ich besuchte einen Kurs und konnte schon nach kurzer Zeit eigene Horoskope erstellen.

Immer wieder suchte ich auch mein Glück bei Geistheilern, fasziniert von der Idee, dass man durch Gedanken und Gebet heilen konnte. Ich erinnere mich, wie die Teilnehmer bei einem Geistheilungsseminar einen Kreis bildeten und ein oder zwei Personen in die Mitte traten. Als ich selbst in der Mitte stand, spürte ich plötzlich die Energie der Gruppe, die den Kreis bildete in Form von Wärme. Beim Alphatraining, einer anderen Methode der Geistheilung, erlernten wir den Umgang mit Astralprojektionen. Dabei versetzten wir unsere Aura (Abbild unseres sündigen geistigen Seins) in eine andere Person hinein. Kranke Organe erwiesen sich als dunkler Fleck. Eine Frau nahm sogar in Herzen eines Mannes Elektrokabel wahr, bis sich herausstellte, dass dieser Mann einen Herzschrittmacher hatte. Durch das Alphatraining konnte man Menschen manipulieren und geistige Ratgeber im archetypischen Raum aufsuchen.

Während der Studienzeit erstellte ich vielen Menschen klassische Horoskope. Bald erkannte ich, dass die Astrologie mehr war als die Deutung von mathematisch berechenbaren Planetenkonstellationen. Entscheidend blieb die Intuition bei der Auslegung eines Horoskopes. Diese übernatürliche Hellsichtigkeit eines Menschen beruhte jedoch auf dem Einfluss verborgener dämonischer Einflüsse. So konnte ich z.B. vorhersagen, in welchem Tierkreis Menschen geboren waren und ihren Aszendenten bestimmen. Ich konnte auch vergangene und zukünftige Ereignisse im Leben der Menschen erkennen.

Da mir die Schulmedizin zu körperorientiert erschien, glaubte ich den Stein der Weisen gefunden zu haben. Je mehr Fortschritte ich in der Esoterik machte, desto mehr schien sich mein Charakter ins Negative zu verändern. Ich merkte, dass ich zunehmend egoistisch und aggressiv wurde und meine Familie immer mehr vernachlässigte. Ich bin sogar meiner Ehefrau untreu geworden.

Als ich bei einem Geistheilungsseminar in Deutschland auf einem Büchertisch neben Werken über Astrologie und Homöopathie eine Bibel erblickte, war Gottes Zeit für mein Leben nahe gekommen. Ich öffnete die Bibel und wurde sofort auf die Stelle aufmerksam, die davor warnt, dass man nicht mit Gott und den Dämonen zugleich Mahl halten kann. Ich wusste in meinem Herzen, dass ich dämonischen Mächten diente und entschied mich, den Gott der Bibel zu suchen. Ende 1982 erlebten meine Frau und ich bei einem Sonnenuntergang am Bodensee Gottes Gegenwart und Herrlichkeit sehr stark.

Diese Entwicklung gefiel dem Teufel, dem ich jahrelang gedient hatte, überhaupt nicht. Er forderte seine Ansprüche an uns schonungslos ein. Meine Frau erkrankte an einer akuten Psychose. In ihren Ängsten erlebte sie buchstäblich die Hölle. Mehrfach musste sie in psychiatrische Kliniken eingeliefert werden. Über längere Zeit musste sie täglich mehr als 20 Tabletten an Psychopharmaka nehmen. In dieser Not wollte ich wieder bei meinen okkulten Freunden Hilfe holen, doch niemand schien erreichbar zu sein.

Durch Gottes Führung gelangte ich schließlich in einen christlichen Gebetskreis. Erst dort erfuhr ich, dass ich mich mit meinen okkulten Tätigkeiten mit der Finsternis eingelassen habe. An jenem Abend widersagte ich dem Okkultismus und nahm Jesus als meinen Herrn und Erlöser an.

In dieser Zeit zeigte der Teufel sein wahres Gesicht und seine Ansprüche in meinem Leben wurden vollends offenbar. Wir erlebten, wie sich die dämonische Welt in verschiedenen Bereichen manifestierte. Bei Telefonaten mit meinen okkult belasteten Freunden spürte ich plötzlich dämonische Energien in meinen Ohren. Meine Kinder wurden stark bedrängt. Ich hatte Alpträume und schien mit meiner Seele an der Decke des Schlafzimmers zu schweben. Das war eine Folge meiner früheren Astralprojektionen. Nach diesen Ereignissen verbrannte ich alle okkulten Bücher.

Da mir bewusst war, dass der Mensch mehr als Fleisch ist, versuchte ich als Arzt auch mit geistigen Methoden zu arbeiten. Ich litt damals unter allergischer Rhinitis, bei der die Schulmedizin auf Dauer keine Heilung bieten konnte. Obwohl ich bereits Christ war, machte ich Eigenversuche mit homöopathischen Tropfen und begann, mich mit dieser neuen Disziplin zu beschäftigen.

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